Teilausbildung mit Übungsfahrten - "§122"

Die Ausbildung

Die Teilausbildung gliedert sich in drei Abschnitte. Die Grundschulung, die Hauptschulung die durch eine Laienausbildung im Umfang von mindestens 1000 km auf einem Privat-PKW ersetzt wird, und die Perfektionsschulung. Während die Prüfungserfolge in der Variante "L 17" sehr gut sind, ist es in der Variante "§122" eher umgekehrt.

Grundschulung - Die "Basics"

Grundschulung

In der Grundschulung erwerben Sie die grundlegenden Fähigkeiten um einen PKW zu bewegen.
Auf unserem Übungsplatz lernen Sie die Basis-Elemente der Fahrzeugbedienung. Ziel dieser Ausbildung ist es, dass Sie einige wenige Abläufe trainieren und diese verlässlich, selbständig anwenden können. Sie werden noch keine Verkehrsabläufe trainiert haben (das ist Inhalt der Hauptschulung). Aber Sie sollten mit Ihrem PKW Fahrlinie und Geschwindigkeit selbständig wählen und einhalten können, Schaltmanöver "nebenbei" ausführen können und zwischen verschiedenen Fahrrhythmen wechseln können.

Unter anderem lernen Sie, wie sie...

  • richtig losfahren
  • schalten
  • Bremsungen auf verschiedene Art dosieren können
  • mit der richtigen Blicktechnik Ihr Auto exakt dirigieren
  • mit der Kupplungswaage Ihr Auto zentimeterweise bewegen

Gesetzliche Vorschriften:
Für die Grundschulung ist eine Mindestausbildungszeit von 6 Fahrstunden vorgeschrieben (§ 64b Abs. 6 Z2 KDV)
Wir haben diesen Ausbildungsblock so konzipiert, dass über 90% unserer Kunden, in dieser Zeit das vorgeschriebene Ausbildungsziel erreichen. Wenn Sie sich am Ende der Grundausbildung nicht sicher fühlen, können Sie in Absprache mit Ihrem Fahrlehrer diese Ausbildung verlängern. Je stabiler das Fundament Ihrer Ausbildung ist, umso höher wird Ihr Fahrkönnen am Ende sein.

Theorie

Kontrollen am PKW

In der Theorie werden Sie darauf vorbereitet, Ihren PKW richtig zu warten und die vorgeschriebenen Kontrollen durchzuführen. Außerdem erfahren Sie alles über die direkt mit Ihrem B-Führerschein zusammenhängenden Vorschriften.
Unter anderem lernen Sie...

  • welche Fahrzeuge und Anhänger Sie fahren dürfen
  • was bei der Personenbeförderung im PKW, besonders beim mitnehmen von Kindern zu beachten ist
  • Ladung richtig zu sichern

Hauptschulung mit Übungsfahrten

Begleiterschulung

Nach Abschluss der Grundschulung, besuchen Sie gemeinsam mit Ihrem (oder Ihren) Begleitern die Begleiterschulung. In dieser theoretischen Begleiterschulung werden die Vorschriften die beim Durchführen von Übungsfahrten zu beachten sind besprochen. Vor allem sollen Ihre Begleiter (maximal zwei) erfahren, welche Aufgaben sie haben, um Ihnen ein ausreichendes Fahrkönnen zu vermitteln.

1000 km Privatfahrten

Mit Ihren ein oder zwei Begleitern, trainieren Sie mit einem Privat-PKW die Inhalte, die für die Hauptschulung vorgeschrieben sind. Ihre Begleiter

 

Zu diesen Verkehrsabläufen gehören zum Beispiel...

  • die Verhaltensketten für das Befahren von Kreuzungen
  • von Fahrstreifenwechsel
  • das Einparken
  • das Verhalten gegenüber Fußgängern

Anders als die Grundschulung und der nächste Teil, die Perfektionsschulung ist die Hauptschulung in ihrem Umfang gesetzlich nicht exakt definiert.

Gesetzliche Vorschriften:
§ 64b Abs. 6 Z2 KDV: Die Dauer der Hauptschulung richtet sich nach Können und Fortschritt des Kandidaten.
Diese Formulierung sorgt für viele Fragen und Unklarheiten. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass einige Fahrschüler mit zwei bis vier Stunden das Ausbildungsziel erreicht haben. Ein Großteil der Fahrschüler hat für die Hauptschulung zwischen 6 und 12 Fahrstunden benötigt.

Das unsere Fahrschüler die besten sind, ist uns wichtig. Genauso wichtig ist uns aber, dass unsere Kunden ihre Ausbildung selber gestalten können.
Deshalb werden wir Sie bei Ihrer Anmeldung nach Ihrer Einschätzung über Ihre Vorkenntnisse fragen und Ihnen damit eine von drei Ausbildungsvarianten vorschlagen.

"Hard"

Diese Variante wird nur für wenige geeignet sein. Sie trauen sich zu, die Hauptschulung in 2 Fahrstunden durchzuziehen. Das bedeutend, dass Sie keine Abläufe trainieren sondern in einer Beurteilungsfahrt mit Ihrem Fahrlehrer abklären, ob Sie bereits Prüfungsreife haben.
Fazit: Eine Hauptschulung für besonders stressresistente Fahrschüler mit Vorkenntnissen in Fahrzeughandling und Verkehrsverhalten. Sind Sie "Schwarzfahrer"?

"Normal"

Sie bringen keine Vorkenntnisse in die Ausbildung ein.  Die Grundschulung haben Sie aber mit Erfolg abgeschlossen. Dadurch können Sie sich von Beginn an auf Verkehrssituationen konzentrieren und sich die wichtigen Abläufe erarbeiten. In 8 Fahrstunden ist die Hauptschulung mit einiger Anstrengung von vielen Fahrschülern zu absolvieren.

"Relaxed"

Sie wollen das Autofahren gewissenhaft und gründlich erlernen. Bis jetzt haben Sie sich noch nicht besonders mit der Materie beschäftigt. Aber jetzt wollen Sie nicht nur den Führerschein in Händen halten sondern Ihr Auto sicher und lustvoll bewegen. In 14 Fahrstunden können Sie stressfrei Abläufe erarbeiten. Sie finden Zeit, schon in der Hauptschulung entspannte Strecken einzuplanen und das Autofahren einfach zu genießen. Sollten Sie sich bei einzelnen Abläufen unsicher fühlen, haben Sie Zeit, diese Probleme auszugleichen.
Am Ende dieser Hauptschulung sollten Sie deutlich mehr Situationen trainiert haben, als bei einer normalen Fahrprüfung getestet wird. Für Ihre Fahrpraxis sind Sie "ready to go!"

Diese Ausbildungsvarianten basieren auf den Erfahrungswerten der letzten Jahre. Die Ausbildungszeiten treffen bei normalen Ausbildungsfortschritten zu. Zum Glück sind wir nicht alle gleich und deshalb sind auch die Lernfortschritte immer unterschiedlich. Wenn Sie sich für eine Ausbildungsvariante entschieden haben, sind Sie deshalb nicht unwiderruflich daran gebunden. Ihr Fahrlehrer wird nach jeder Einheit mit Ihnen Ihre Fortschritte besprechen. So können Sie gemeinsam entscheiden, Ihre Ausbildung zu verlängern oder zu verkürzen.

Perfektion

In der Perfektionsschulung sind Ausbildungsteile zusammengefasst, die für das selbständige Fahren wichtig, für die Führerscheinprüfung aber nicht von unmittelbarer Bedeutung sind.

Autobahnfahrt

Das Fahren auf Autobahnen ist grundsätzlich weniger kompliziert, als das Fahren im dichten Stadtverkehr. Wer die Nachrichten bewusster verfolgt, hört aber oft von Problemen (Staus, Unfällen) gerade auf Autobahnen. Sie trainieren in der Autobahnfahrt deshalb das Auf- und Abfahren von Autobahnen, die richtige Benützung des Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen, das Fahren mit hoher Geschwindigkeit, das Fahrstreifenwechseln bei höherer Geschwindigkeit, das Einfahren in Parkplätze bzw. Rastatationen und die Orientierung auf Autobahnen mit Hilfe der Vorwegweiser.

Überland- und Nachtfahrt

Jetzt, nachdem Sie Routine in der Fahrzeugbedienung aufgebaut haben, fahren Sie auf Freilandstraßen mit höherer Geschwindigkeit. Sie starten grundsätzlich bei Tages- oder Dämmerlicht und kommen in die Dunkelheit. Bei Dunkelheit und ohne Straßenbeleuchtung trainieren Sie das richtige Auf- und Abblenden, die Blicktechnik bei Gegenverkehr und die Geschwindigkeitsgestaltung bei Dunkelheit.

Prüfungsvorbereitung

Am Tag der Fahrprüfung findet die Prüfungsvorbereitung statt. Gemeinsam mit anderen Prüfungskandidaten fahren Sie die Übungen, die am Übungsplatz von Ihnen verlangt werden können (Einparken, Garage, Reversieren, Zielbremsung und Slalom) und sprechen die wichtigsten Kontrollen am Fahrzeug (Technik) durch.

 

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