Neue Motorradreifen gehören eingefahren

 

 

Motorradreifen müssen eine gute Bodenhaftung haben und sollen dem Fahrer das Erreichen der Bodenhaftung rechtzeitig und deutlich anzeigen. Dazu muss der Fahrer aber einiges beachten. In dem YouTube-Video ist ein häufiger Fehler zu sehen. Der Fahrer holt sein Motorrad von der Werkstätte und freut sich über seine neuen Reifen, vergisst aber, dass die Reifen mit einer Versiegelungsschicht überzogen sind und deshalb extrem rutschig. Mit dem Erfolg, dass er das Motorrad gleich wieder in die Werkstätte zurückschieben kann; weit hat er's ja nicht.

Um sich auf seine Reifen verlassen zu können, sollte jeder Motorradfahrer diese Informationen beachten:

Neue Reifen einfahren

Die ersten 5 km am besten nur langsam und ohne Schräglagen fahren (langsam bei Kreuzungen einbiegen, Kurven langsam fahren). Bremsungen lieber früher beginnen und starke Beschleunigungen bleiben lassen. Vor allem mit Motorrädern über 100 PS kann das Hinterrad auch auf gerader Strecke durchdrehen. Innerhalb der nächsten 50 bis 100 km (normaler Straßenbetrieb) wird dann langsam die Schräglage immer mehr gesteigert. Dann sollten die Reifen in Topform sein.

Nach der Winterpause, Reifen einfahren

Längeres Nichtfahren mit dem Motorrad, lässt die Reifen austrocknen. Je nachdem wie lange die Winterpause gedauert hat, und abhängig davon, ob das Motorrad in einer Garage oder im Freien gestanden ist, ist diese Austrocknung unterschiedlich tief von der Reifenoberfläche in die Lauffläche vorgedrungen. Die ausgetrocknete Gummischicht muss ähnlich wie bei neuen Reifen abgefahren werden, Das Einfahren wir aber in diesem Fall mehr Kilometer brauchen, als das Einfahren von neuen Reifen.

Reifentemperatur beachten

Wenn es bei der Inbetriebnahme des Motorrades Außentemperaturen unter 20 Grad Celsius hat, haben auch die Reifen diese Temperatur und damit keine optimale Bodenhaftung. Das Risiko steigt, beim Schräglagenaufbau keine Signale für das Erreichen der Haftungsgrenze zu bekommen und zu Sturz zu kommen. Nach einiger Zeit sollten die Reifen durch das Fahren eine erhöhte Temperatur bekommen haben. Wenn ich mit der Hand auf den Reifen greife und er sich warm anfühlt, kann ich beginnen, schärfer zu fahren. Dadurch nimmt die Oberflächentemperatur weiter zu und die Haftung verbessert sich erneut.

Reifendruck regelmäßig kontrollieren

Die Autofahrergewohnheit, den Reifendruck nur alle heiligen Zeiten einmal zu kontrollieren, sollte man als Motorradfahrer schleunigst ablegen. Vor jeder flotteren Ausfahrt sollte der Reifendruck kontrolliert werden. Fragt euren Mechaniker nach seiner Empfehlung für den Reifendruck.

Alte Reifen nicht mehr verwenden

Auch wenn die Mindestprofiltiefe noch nicht erreicht ist, sollte ein Motorradreifen nicht länger als 3 Saisonen verwendet werden. Die Austrocknung ist dann schon zu weit fortgeschritten.

Diese Empfehlungen sind durch Gespräche mit Motorradmechanikern und Erfahrungen bei Fahrtechniktrainings auf Rennstrecken und in Trainingszentren entstanden. Zum Thema Reifenalterung gibt es auch gegenteilige Meinungen. Deshalb soll euch dieser Artikel für das Thema sensibilisieren und Anregung sein, auch andere Meinungen einzuholen.

Das Thema "Reifen" nimmt in unseren A-EXPRESS-Kurs einen großen Stellenwert ein.

Links:

Motorradfahrtechniktrainings: www.2rad-akademie.at

A-EXPRESS-Kurs: www.a-express.at, www.fahrschule-columbus.at/motorrad